Küsst den Sohn und nicht die Füsse. Textkritische und bibeltheologische Beobachtungen zu Psalm 2,7.11-12a

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.25788/vidbor.v1i0.27

Schlagworte:

Sohn, Füsse, küssen, Königsschaft, Ps 1, Ps 2, Ps 3, Hexapla, Origen

Abstract

„Küsst den Sohn und nicht die Füsse.“ Die Verse von Psalm 2,11-12a bieten eine Vielfalt von Interpretationsmöglichkeiten. Dies macht diese Verse deshalb zentral für das Verständnis des Psalms 2, ja für den Anfang des gesamten Psalters. Dieser Artikel zeigt zuerst eine Übersicht über Textvariationen und verschiedene Übersetzungen von der Hexapla des Origenes bis hin zu aktuellen kritischen Ausgaben des Texts in hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache. Die Gegenüberstellung dieser Versvariationen zeigt, dass die LXX und die Vulgata den Text frei interpretieren. Sie übertragen „küsst den Sohn“ mit „küsst die Füsse“.

Zweitens konzentriert sich eine detaillierte Studie auf die Analyse des hebräischen Texts aus der BHS. Eine überraschende Wortwahl (in Vers 12a steht das seltene aramäische „bar“) öffnet ein weites Interpretationsfeld, welches Pierre Auffret, Robert L. Cole und viele andere gründlich bearbeitet haben. Der Artikel bietet eine Übersicht über semantische, phonetische und inhaltliche Charakteristika dieser Verse. Dabei kommt er zum Schluss, dass der aramäische Ausdruck „bar“ in Vers 12a ein wichtiges Bindeglied im kunstvollen Aufbau des gesamten Psalms 2 ist. Dieses eine Wort ist ein zentrales Kennzeichen für das konstitutive deuteronomische Thema der Königsschaft in Psalm 2 und im gesamten Psalter.

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Veröffentlicht

2018-03-13

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