Ist die ganze Welt eine komische Bühne?

Die Briefe des Hieronymus, das theatrum mundi und der seruus callidus als terenzianische Intertextfigur

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.25788/vidbor.v10i1.1616

Schlagworte:

Hieronymus, Terenz, Intertextualität, theatrum mundi, seruus callidus, römische Komödie, Pelagianismus

Abstract

Der Beitrag untersucht die Rezeption komischer Feste und Aufführungen bei Hieronymus im Vergleich mit Platon, Aristoteles und Tertullian. Im Mittelpunkt stehen die umstrittene Stellung der römischen Komödie, die Wirkung von Musik und Schauspiel sowie der Topos des theatrum mundi. Hieronymus nutzt diesen Topos, um seine Gegner als Darsteller lächerlicher Rollen in der realen Welt abzuwerten. Eine zentrale Figur ist dabei der seruus callidus, der listige Sklave der fabula palliata. An drei Fallstudien zeigt der Beitrag, wie Hieronymus durch terenzianische Intertexte eine Grenze zwischen sich und seinen Gegnern zieht. Er verweigert in Epistula 112,2 die Rolle eines Sklaven und vergleicht in Epistula 133,11 sowie 143,2 Vertreter des Pelagianismus mit Parmeno aus dem Eunuchus und Geta aus dem Phormio. Die beiden pelagianischen Gegenspieler erscheinen dadurch als Menschen, die weder den Diskurs noch ihre Ideen beherrschen, für wenig vorbereitete Adressaten aber dennoch gefährlich sein können. Hieronymus weist seinem Publikum schließlich die Aufgabe zu, solche Lehren als zugleich lächerlich und gefährlich zu erkennen und zurückzuweisen.

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Veröffentlicht

2026-11-07

Zitationsvorschlag

1.
Peres Zanfra M. Ist die ganze Welt eine komische Bühne? Die Briefe des Hieronymus, das theatrum mundi und der seruus callidus als terenzianische Intertextfigur. VIDBOR [Internet]. 7. November 2026 [zitiert 8. November 2026];10(1):137-51. Verfügbar unter: https://vulgata-dialog.ch/ojs/index.php/vidbor/article/view/1616